Honig weiterverarbeiten und abfüllen

Welche Verarbeitungsschritte sind nötig und sinnvoll, um den Honig in Gläser abzufüllen?

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Der Honig kann nach dem Filtern direkt in Gläser gefüllt und gegessen werden. Es gibt aber Gründe, ihn noch weiter zu bearbeiten: Es schwimmen noch kleinste Wachskrümel im Honig. Diese setzen sich gemeinsam mit einer Art Schaum auf der Oberfläche ab. Außerdem ist jeder Honig zunächst flüssig, wird aber früher oder später von selbst hart. Wer cremigen Honig haben möchte, muss ihn rühren.

Diese Maßnahmen sind aber nicht zwingend nötig, sondern hängen alleine von Ihren eigenen Vorlieben ab.


Zweite Filterstufe

Honig weiterverarbeiten und abfüllen

Um die restlichen Wachskrümel aus dem Honig herauszufiltern, können sie ihn durch ein noch feineres Seihtuch gießen. Im Imkerhandel gibt es das “Seihtuch nach Meister Schundau”. Wer es etwas professioneller haben möchte, kann sich ein Dreibeinstativ und ein passendes Nylonsieb (fein spitz 0,3 qmm Maschen) kaufen.

Abschäumen

Lassen Sie den Honig ein paar Tage im Eimer stehen. An der Oberfläche setzen sich Schaum und restliche Wachskrümel ab. Man kann nun mit einem großen Löffel, Schaumlöffel o.ä. versuchen, den Schaum abzuschöpfen. Das ist aber nicht sehr effektiv. Man schöpft dabei viel Honig ab und verrührt unweigerlich den Schaum wieder mit dem Honig an der Oberfläche.

Folgender Tipp hat sich bewährt:

Frischhaltefolie wird deckend auf die Oberfläche gelegt und langsam abgezogen. Der Schaum bleibt nahezu vollständig an der Folie haften. Wer auch noch den letzten Tropfen Honig für sich behalten will, kann die Folie anschließend in ein Haushaltssieb legen, um die Honigreste, die an der Folie haften, noch mal wiederzugewinnen. (Das funktioniert aber nur gut, wenn man das wenige Tage nach dem Absetzen des Schaumes macht und der Honig nicht zu kühl ist.)

Auf der Oberfläche des frisch gefilterten Honigs setzt sich Schaum ab.
Zum Abschäumen kann man Frischhaltefolie nehmen.
Ein Stück Folie abschneiden und von der Mitte her ...
... auf der Oberfläche glatt streichen, so dass es möglichst keine Luftblasen mehr unter der Folie gibt.
Die Folie langsam abziehen.
Der Schaum bleibt an der Folie haften.
Wer jeden Tropfen Honig verwerten will, kann die Folie noch mal in einem Küchensieb oder Durchschlag abtropfen lassen.
Fertig.

Cremig rühren

Je nach Art des Honigs wird er früher oder später auskristallisieren und hart werden. Wenn Sie den Honig nicht cremig rühren wollen, sollten Sie ihn bald in Gläser füllen. Sonst bekommen Sie ihn irgendwann nicht mehr aus dem Eimer raus.

Um eine cremige Konsistenz zu erreichen, müssen Sie zunächst den Honig so lange stehen lassen, bis er anfängt zu kristallisieren. Das erkennt man daran, dass er einen perlmuttartigen Schimmer bekommt. Ab diesem Zeitpunkt wird der Honig alle 1-2 Tage ein paar Minuten lang gerührt. Dazu kann man entweder den Hand-Honigrührer “auf und ab” (den wir auch für die Zerkleinerung der Waben empfehlen) verwenden oder einen Dreikant-Rührstab für die Bohrmaschine. Je nach Honig hat er nach ein bis zwei Wochen ein cremiges Aussehen und kann dann in Gläser gefüllt werden. Im Zweifel führt das Rühren über einen etwas längeren Zeitraum zu einem feincremigeren Honig. In jedem Fall wird der Honig durch das Rühren langsamer fest und bleibt länger streichfähig.


Abfüllen

Honig weiterverarbeiten und abfüllen

Generell sollte man den Honig nicht überflüssig lange im Honigeimer stehenlassen (der natürlich luftdicht verschlossen und möglichst kühl und trocken gelagert werden sollte). Wer zu lange wartet, bekommt den Honig nicht mehr aus dem Eimer heraus, weil er plötzlich fest geworden ist. Das kann - je nach Sorte - schon ein paar Wochen nach der Ernte der Fall sein.

Man kann natürlich nun einfach den Honig vorsichtig und langsam aus dem Eimer in Gläser gießen oder mit einer Schöpfkelle herausschöpfen. Wer es etwas komfortabler und weniger klebrig haben möchte, kann sich im Imkerhandel einen “Abfüll-Hobbock 40 kg” mit Quetschhahn zulegen.

Welche Art von Gläsern Sie verwenden wollen, hängt alleine von Ihren Vorlieben ab. Der Deckel muss aber luftdicht schließen und - falls Sie gebrauchte Gläser verwenden - sollten diese auf jeden Fall geruchsfrei sein. (Die Deckel nehmen leicht Gerüche an.)

Das klassische 500g-Honigglas hat ein Volumen von 400 ml. (Honig ist schwerer als Wasser.)


Gläser etikettieren

Wenn Sie selbst Etiketten für die Gläser in kleinen Mengen am Computer drucken wollen, empfehlen wir Stick&Lift wiederablösbare Etiketten von Zweckform. Die gibt es eigentlich überall, wo Druckerpapier und -etiketten verkauft werden. Es gibt sie auch im A4-Format, so dass man ein passendes Format selbst wählen kann. Ich schneide sie nach dem Ausdruck in Streifen, so dass ich aus einem Blatt sechs Etiketten bekomme, die wie eine Banderole fast ganz um das Glas herumgehen. Diese wiederablösbaren Etiketten lassen sich dann später vom Glas ohne Kleberückstände abziehen. Aber nur, wenn sie vorher nicht nass gemacht worden sind! Also: wenn das Glas leer ist, erst das Etikett abziehen und anschließend ausspülen!

Wenn Sie einen Tintenstrahldrucker haben, ist der Ausdruck wasserempfindlich. Es gibt sog. Inkjet Fixierspray, mit dem die Ausdrucke besprüht werden können, damit sie nicht mehr wasserempfindlich sind.

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