Schwarmkontrolle

Im Abstand von höchstens neun Tagen wird das Bienenvolk nach charakteristischen Schwarmzellen abgesucht, die den Schwarmtrieb anzeigen.

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Da es zwischen der Belegung der Weiselzellen und der Verdeckelung (= frühester Zeitpunkt für einen Schwarm) neun Tage dauert, sollten Sie also ab dem Zeitpunkt der Obstblüte mindestens alle neun Tage das Bienenvolk nach Königinnen-Zellen (“Schwarmzellen”) absuchen. Üblicherweise macht man das im Wochenrhythmus, z.B. am Wochenende. Dazu wird die Kiste geöffnet und die Unterkante der Waben bzw. unregelmäßig gebaute Stellen im Wabenwerk nach Weiselzellen durchsucht (s. Bildergalerie unten):

Weiselnäpfe (Vorstufen von Weiselzellen/Schwarmzellen) sind sowieso im Volk und erst wenn dort Eier gelegt sind oder Larven im weißen Futtersaft schwimmen, geht es wirklich los. Es lohnt sich aber die Position der Weiselnäpfchen zu merken, weil es nicht unwahrscheinlich ist, dass dort auch Weiselzellen entstehen, wenn es soweit ist.


Weiselzellen suchen

Treiben Sie die Bienen mit dem Smoker in die Wabengassen zurück und verwenden Sie ggf. eine Taschenlampe, um besser sehen zu können. Wenn Sie mit Eiern oder Larven gefüllte oder verdeckelte Weiselzellen sehen, wissen Sie, dass das Volk schwärmen wird. Wenn ein Bienenvolk schwärmen will, werden zumeist viele Weiselzellen gleichzeitig belegt. An der ältesten (also am weitesten fortgeschrittenen) Zelle können Sie den frühesten Zeitpunkt des Schwarmabganges abschätzen. Das bedarf aber etwas Erfahrung und man darf keine Zelle übersehen, um sich ganz sicher über den frühesten Zeitpunkt sein zu können. Wenn Sie bei der ersten Durchsicht schon eine verdeckelte Zelle entdecken, kann der Schwarm bereits unbemerkt herausgeflogen sein bzw. kann ab sofort täglich schwärmen.


“Versteckte” Weiselzellen

Da an der Unterkante der Waben nicht viel Platz bis zum Boden ist, werden Weiselzellen bevorzugt an den Wabenrändern vorne gebaut und an Störungen des gleichmäßigen Wabenbaus weiter innen. Wo z.B. mal ein Stück Wabe herausgebrochen ist und so eine Lücke entstanden ist oder an den Übergängen zwischen Brutwaben und Honigraum-Waben, sind Orte, wo Weiselzellen förmlich “versteckt” werden. Man sollte besonders an diesen Stellen gründlich den Smoker und ggf. Taschenlampe einsetzen, um die Zellen nicht zu übersehen.

Die Kontrollen werden so lange fortgesetzt, bis das Volk entweder im Schwarmtrieb ist oder die Schwarmzeit vorüber ist. Nach der Sommersonnenwende (Ende Juni) erlischt der Schwarmtrieb normalerweise.

Sog. Spielnäpfe - sie werden von den Bienen immer zur Schwarmzeit angelegt, unabhängig davon ob sie tatsächlich bald schwärmen werden.
Hier muss man schon genau hinschauen (Bienen mit dem Smoker zurücktreiben!): Eine Königinnen-Larve, die im weißen Futtersaft (Gelee Royal) schwimmt.
Weiselzellen in zwei Stadien: Königinnen-Larve im Futtersaft (oben) und darunter eine verdeckelte Weiselzelle.
Weiselnäpfe in der Übergangszone zum Honigraum. In der Mitte: Waben mit Drohnenbau.
Weiselnäpfe an Störungen im ansonsten gleichmäßigen Wabenwerk.
Weiselnäpfe an der Vorderkante der Waben.
Verstecktes Weiselnäpfchen an einer tiefer liegenden Stelle.
Schlüpfende Bienenkönigin (Zentrum) und leere Zelle einer bereits geschlüpften Königin (rechter Rand).

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