Betreuung im Jahreslauf

​Heute schon “ge-smokert”? Übersicht über die einzelnen Arbeitsschritte: Was ist zu tun und wie viel Zeit muss man investieren?


  • Winter
    Die Bienen überwintern im vorderen Teil der Kiste. Das hintere Drittel ist durch ein Trennschied abgegrenzt. Im Winter sind keine Arbeiten notwendig (und möglich). Die Bienen bleiben sich selbst überlassen und zehren von ihren Honigvorräten. Wir können zwischen November und April “vergessen”, dass wir überhaupt Bienen haben – bis auf die Oxalsäurebehandlung. Der Winter ist aber eine gute Zeit, die Mittelwand-Leisten vorzubereiten (ca. 1 Stunde Arbeit). Außerdem könnten wir aus dem Wachsüberschuss Kerzen herstellen.
  • Frühjahr

    Zum Beginn der Obstblüte (Mitte/Ende April) wird das Trennschied herausgenommen und geschaut, ob das Bienenvolk gut über den Winter gekommen ist (s. Blog Frühjahrsdurchsicht). In den hinteren leeren Raum werden 12 Mittelwände gehängt. Dazu muss die Kiste einmal geöffnet werden. (0,5 Stunden)

    Honigraumerweiterung

  • Schwarmzeit (Mai und Juni)

    In den Monaten Mai und Juni ist die sogenannte “Schwarmzeit”. Kräftige Bienenvölker nutzen den Überfluss an Nektar und Pollen, um sich zu teilen. Etwa die Hälfte der Bienen zieht mit der Königin aus und setzt sich in der Nachbarschaft als “Schwarmtraube” in einen Baum. Der Rest der Bienen bleibt im Kasten und zieht sich eine neue Königin heran und verjüngt sich auf diesem Wege. Wenn wir den Schwarm einfangen können, dann haben wir ein weiteres Bienenvolk und können noch eine Bienenkiste besetzen. (Da es auch mal passieren kann, dass ein Bienenvolk im Winter eingeht, ist es gut mindestens zwei Völker zu haben.)

    Wenn wir den Bienenschwarm nicht selbst brauchen, dann gibt es andere Bienenkisten-Imker, die einen Schwarm brauchen und dankbar dafür sind: schwarmboerse.de
    Im Mai und Juni muss man mit ca. einer halben Stunde Arbeit pro Woche rechnen (2 Stunden pro Monat), ggf. zzgl. der Zeit, um sich um einen Schwarm zu kümmern (ca. 2-3 Stunden).

    Schwarmzeit

  • Honigernte

    Je nach Vegetationsbedingungen kann im Juni oder Juli der Honig geerntet werden. Am Vorabend der Honigernte werden die von vorne bis hinten durchgehenden Waben am hinteren Drittel mit einem Messer durchgeschnitten. Am nächsten Tag können wir die Honigwaben einfach an den Trägerleisten entnehmen.

    Die Waben werden von den Trägerleisten abgeschnitten, kleingehackt und durch ein Filtertuch laufen gelassen, das Wachs und Honig voneinander trennt (2-3 Stunden Arbeit plus die Zeit, den Honig in Gläser zu füllen und ggf. vorher cremig zu rühren).

    Honigernte

  • Sommer-Varroadiagnose und -behandlung

    Kontrollieren Sie die Milbenbelastung mit der Puderzuckermethode und behandeln Sie nötigenfalls ein oder mehrmals mit Ameisensäure. Dazu wird in den hinteren (jetzt freien) Raum für einige Tage der Nassenheider Verdunster mit Ameisensäure gestellt. Anschließend setzen wir das Trennschied wieder ein (1-3 Stunden Arbeit).

    AS-Behandlung

  • Einwinterung

    September: Wir schätzen die Honigvorräte ab. Notfalls ergänzen wir die Vorräte mit einer Zuckerlösung.
    Sobald es so kalt wird, dass die Bienen kaum noch fliegen, bringen wir am Flugloch einen Mäuseschutz an, der verhindert, dass Mäuse im Winter in die Bienenkiste gelangen können. (Je nachdem ob gefüttert werden muss oder nicht: 0,5 bis 2 Stunden Arbeit.)

    Auffütterung

  • Winter-Behandlung mit Oxalsäure

    Zweite Varroa-Behandlung: Mitte/Ende November öffnen wir den Bienenkasten ein letztes Mal und träufeln eine Oxalsäure-Lösung in die Wabengassen. (0,5 Stunden)

    OS-Behandlung

  • Zeitaufwand insgesamt

    Die Netto-Arbeitszeit pro Jahr bei einem Bienenvolk liegt bei schätzungsweise fünfzehn Stunden. Da viel Zeit davon “Rüstzeit” ist (Smoker anfeuern, Ausrüstung holen und wegräumen), ist der Betreuungsaufwand pro Volk bei mehreren Bienenkästen geringer.

    Der überwiegende Teil der Arbeit fällt in die Monate Mai bis Juli.

    Es ist nicht so günstig, längere Urlaube zwischen Mitte Mai und Mitte Juni zu planen. Wenn man dennoch länger wegfahren will oder muss, ist es gut, wenn man einen anderen Bienenkisten-Imker darum bitten kann, mal nach dem Rechten zu sehen.