Themen-Schwarm

Fragen & Antworten

Die Bienenkiste

Fragen & Antworten

Letzte Bearbeitung: 14.08.2010
© Erhard Maria Klein (alle Rechte vorbehalten)
Quelle: www.bienenkiste.de


Larven/tote Bienen vor dem Flugloch

Im Juli/August, evtl. auch während oder nach der Ameisensäurebehandlung liegen auffällig viele Larven oder tote Bienen vor dem Flugloch. Sind die Bienen krank oder vertragen sie evtl. die Ameisensäurebehandlung nicht?

Nach der Sommersonnenwende (Ende Juni) fangen die Bienen bereits wieder an, sich auf den Winter vorzubereiten und reduzieren die Belegschaft. Die Königin legt weniger Eier und nicht alle sterbenden Bienen (Lebensdauer ca. 4 Wochen) werden durch Nachzucht ersetzt. In dieser Zeit fangen die Bienen auch an, die Drohnen "rauszuschmeißen". Wenn die sog. "Drohnenschlacht" beginnt, kann es sein, dass noch vorhandene Drohnenbrut gleich mit ausgeräumt wird.
Die Belastung durch die Varroamilbe steigt im Spätsommer, weshalb zu diesem Zeitpunkt ja auch die Ameisensäurebehandlung gemacht wird. Es gibt immer kranke Bienen im Bienenstock und zum Spätsommer hin werden das durch die Varroamilbe tendentiell mehr.
Die Bienen können in diesem Zusammenhang mit Körperzellen von Säugetieren verglichen werden (das Bienenvolk als Ganzes entspricht dann dem Körper). Dass kranke Bienen (=Körperzellen) beseitigt werden, ist zunächst mal ein Zeichen dafür, dass der Körper gesund ist und die Selbstheilungskräfte funktionieren. Dass einzelne Bienen z.B. orientierungslos herum irren oder sich am Boden krümmen, muss für sich genommen noch kein besorgniserregendes Zeichen sein. Es ist für einen Anfänger ohne jahrelange Erfahrung schwer, einzuschätzen, was sich im normalen Rahmen bewegt und was ein Zeichen für eine Krankheit oder z.B. Vergiftung durch Insektizide von Bauern sein kann.

Ameisensäurebehandlung

Die Ameisensäurebehandlung ist sicher eine Belastung für die Bienen. Dass durch sie die natürliche Bienensterblichkeit evtl. etwas erhöht wird und evtl. in kleinem Umfang auch Brut geschädigt wird, kann und sollte man in Kauf nehmen. (Bei Medikamenten gibt es den Spruch: "Keine Wirkung ohne Nebenwirkung"). Die Bienen können kleinere Verluste schnell wieder ausgleichen, in dem die Königin ein paar mehr Eier legt. Man muss immer das Volk als Ganzes im Blick behalten: Was nützt es, ein paar Einzelbienen ein paar mehr Lebenstage zu bescheren, wenn anschließend das gesamte Bienenvolk an der Varroamilbe zugrunde geht?
Es kann sein, dass die Königin während der Behandlung das Eierlegen ganz einstellt. Das wäre ein erwünschter Nebeneffekt, weil die damit verbundene Brutpause das Wachstum der Milben hemmt.
Bei der von uns vorgeschlagenen Verdunstungsrate von ca. 25ml sind aber keine massiven Schädigungen der Bienen zu erwarten.

Überbesorgte Anfänger

Nach meinen Erfahrungen sind Anfänger in der Regel zu besorgt. Mir ging es am Anfang nicht anders. Ständig grübelt man darüber, ob irgendwelche Phänomene nicht vielleicht ein Zeichen davon sind, dass es den Bienen schlecht geht. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass diese Sorgen fast immer unbegründet sind.
Wenn die Bienen (bei entsprechendem Wetter) noch munter ein und ausfliegen, Pollen sammeln und jetzt in der zweiten Jahreshälfte aufmerksam das Flugloch verteidigen und wenn man dann noch Brut in allen Stadien (Eier, Larven und verdeckelte Arbeiterinnenzellen) gesehen hat und in der Kiste noch reichlich Bienen vorhanden sind, dann gibt es erst mal keinen Grund zur Besorgnis.


« zurück...

Übersicht aller FAQ-Artikel...